============================================= DER KNAUSERER die 1. Online-Zeitung fuer Sparsame ============================================= Ausgabe 06/2007 Knauserer-Homepage: www.derknauserer.at ----------------------------------------------------------------------- Inhaltsverzeichnis: * Amy Dacyczyns WOW - Investitionshilfe der einfachen + spannenden Art * Marmelade - lecker und simpel und billig * Gespartes vermehren - die Börse für Dummies (die besten Internetseiten über die Börse) * Erfolgreich renovieren mit Sonne und Regen (Teil 1 der Reihe über eine erfolgreiche Althaussanierung von DI Leo Liebminger) * Die besten Hausmittelchen der Kraeuterkommune.de * Recyclingideen mit ORGANISCHEN KÜCHENABFÄLLEN * Mit kleinen Tipps viel sparen ----------------------------------------------------------------------- In eigener Sache: Den zweiten Teil der Ziegenhaltung reiche ich später nach, da ich noch recherchieren muss. Bitte um Verständnis. ----------------------------------------------------------------------- * Amy Dacyczyns WOW - Investitionshilfe der einfachen + spannenden Art Über die Tightwad Gazette habe ich bereits in Knauserer 05/2007 geschrieben. Das für mich spannendste Kapitel habe ich aber für einen eigenen Artikel aufgespart. Die besten Spartipps sind meist jene, die uns helfen, unser Konsumverhalten zu ändern. Tipps, die in unser Kaufverhal- ten eingreifen. Meistens sind diese Anregungen wenig auf- regend und althergebracht (zB die Einkaufsliste). Ganz anders da der Vorschlag, den Amy Dacyzyn bringt. Der ist einfach und erleichtert schwierige Kaufentscheidungen ungemein, da er es schafft unterschiedliche Kaufoptionen mit einem einfachen System plakativ darzustellen und selber objektiv beurteilen zu können. Sie nennt ihr Kaufentscheidungssystem: costs per WOW. Ziel ist es den größten WOW zu erzielen für die geringst- mögliche Geldausgabe. (Wow ist eines jener Sprechblasen- wörter, das fast schon zu einem Internationalismus für dufte, spitze geworden ist). Das Konzept ist einfach: Man bewertet seine Kaufent- scheidungen mit WOWs von 1 - 10. Amy Dacyczyn bringt das Beispiel eines Campingurlaubs, der 600 $ kostet, im Gegensatz zu einer Kreuzfahrt, die 6000 $ kostet. Der Campingurlaub würde es auf 5 Wows bringen, die Kreuzfahrt natürlich die 10 Wows abräumen. Teilt man die Kosten nun durch die Wows, so steht es 120 : 600 für den Campingurlaub. Auch wenn einem die Kreuzfahrt doppelt so gut gefallen würde, geht der objektive Vergleich Kosten : Spaßfaktor eindeutig zu Gunsten des Campingurlaubs aus. Meistens verleiten unsere Kaufentscheidungen uns dazu, jenes Produkt zu kaufen, das wir einfach lieber haben, soferne wir es uns leisten können. Dabei nehmen wir in Kauf, dass wir nicht die optimale Wertschöpfung aus dem Kauf ziehen. Dabei helfen uns eben die Wows, die als Kriterium "persönlichen Nutzen/Vorlieben" einführen. Die Bewertung und anschließende Division kann bei allen beliebigen Kaufentscheidungen eingeführt werden (nicht nur bei Urlaubsreisen): - Altes Auto weiterfahren oder neues kaufen - Kino gehen oder Film ausleihen - Gebrauchtkauf oder Neukauf - .... Einfach seine Vorliebenpunkte oder Wows vergeben und dann Kosten durch diese Wows teilen. Das Ergebnis spricht für sich. Amy schreibt auch, dass durch solche Entscheidungen auch manchmal das teurere Produkt zum Zug gekommen is, so zB bei ihrem Hauskauf. Mir hat dieses einfache Konzept sehr gefallen und ich habe es bereits als Argumentationsgrundlage ver- wendet, was wunderbar funktioniert hat. (Besonders Männer lassen sich durch Formeln und Zahlen beein- flussen). Zusätzlich geht mit dieser Methode einher, dass man Objekte seiner Begierde bewerten lernen muss. Man findet es schnell lächerlich, wenn man nur 9er und 10er vergibt. Es ist also auch eine Lernprozess, er ungemein hilft seine Bedürfnisse einzuschätzen. Probiert's mal aus! ----------------------------------------------------------------------- * Marmelade - lecker und simpel und billig Wir haben schon öfter über Haltbarmachung geschrieben und hie und da Marmeladerezepte vorgestellt. Das Lexikon ist nebenbei voll damit. Marmelade ist lecker. Sie ist günstiger als Wurst und Käse und Nutella, oder was eben sonst noch aufs Brot kommt. ZU DEN ZUTATEN ============== Marmeladeselbermachen ist aber nur dann wirklich günstig, wenn wir als Rohstoff Gratisobst und Gemüse verarbeiten können. Dann können wir die manchmal sagenhaft billigen Marmeladen in den Supermarktregalen noch unterbieten. Muss man die Rohstoffe allerdings zukaufen, dann spart man genaugenommen nichts. Man stellt dann Delikatessen her. OBST AUS DEM GARTEN Deshalb ist es für mich immer wichtig, nach billigen oder Gratisobst und Gemüse Ausschau zu halten. Zum einen haben wir selber Ribisel- und Johannisbeerstauden. Vor allem die schwarze Johannisbeere mit ihren Vitamin-C- trächtigen Beeren ist hart im nehmen und kann eigentlich leicht kultiviert werden. Die Marmelade ist etwas säuerlich aber sehr lecker. Im Garten kann ich bereits seit gut einem Monat Rhabarber ernten. Eine reine Rhabarbermarmelade ist Geschmacksache. In Kombination mit anderen Obstsorten ist der Rhabarber allerdings ein Hit. Letztes Jahr habe ich eine Erdbeer-Rhabarber-Bananen-Konfitüre her- gestellt, die zwar sehr musig aber dafür umso leckerer war. Ebenso aus dem eigenen Garten kommen ein Teil der Erd- beeren und die Äpfel, die ebenfalls in Kombination mit anderen Beeren Konfitüre ergeben. Da man auch aus Karotten, Zucchini und Kürbis Konfitüre herstellen kann, fülle ich mein Marmeladelager bei Bedarf mit Marmeladen aus dieser Ecke auf. (Aber nicht jedes Jahr). Außer der Karottenmarmelade finden diese exotischeren Mischungen eher nicht den Anklang, Kürbis zB schmeckt extrem süß. AUF IN DIE NATUR Aus der Natur hole ich mir gratis die Himbeeren, die Brom- beeren und die Moosbeeren (Heidelbeeren), die unbe- stritten lecker Marmelade ergeben. Zum Wienerschnitzel unverzichtbar - die Preiselbeer- oder Grantenmarmelade, die ich aber nicht selber mache. Ebenfalls verwertbar: Vogelbeeren, Hagebutten, Walderd- beeren (für Leute mit viel Geduld), Holunderbeeren, Sanddorn, Schlehen. AUS NACHBARS GARTEN Der Nachbar bringt seine Marillen nicht weiter, der andere erstickt in Zwetschgen, der andere in Birnen. Hier heißt es Augen offen halten und fragen. Am besten funktioniert hier der gute alte Tausch. Tausche 1 großen Zucchino gegen 1 kg Marillen. Oder: ich pflücke deine Kirschen, dafür krieg ich einen Teil ab. Auch wenn man manchmal Rückschläge einfährt, weil mancher Mitbürger gar nicht auf solche Geschäftln ein- steigt, nicht beirren lassen. HANDELN IM GESCHÄFT Wer das Glück hat, noch einen richtigen Kaufmann im Ort zu haben, oder einen Supermarktleiter mit Hirn, der noch handeln darf, kommt auch hier zu stark verbilligtem Obst. Ich gehe in regelmäßigen Abständen bei uns im Geschäft fragen, ob er denn billiges Obst hätte. So bin ich letztes Jahr zu 3 kg sehr, sehr weichen aber tadellosen Marillen gekommen, die mir zu einer anbetungswürdigen Marmelade verholfen haben. MARMELADEHERSTELLUNG ====================== Ich persönlich verwende Gelierzucker 3:1. Die Marmeladen werden dann nicht so zuckersüß und vor allem gelingt es immer. Man kann aber auch mit Zucker einkochen und/oder Äpfel dazu- geben, die ja Pektin enthalten, das den Geliervorgang beschleu- nigt. Auf 1 kg Früchte (ohne Kerne und Stängel) kommt dann bei mir 330 g Gelierzucker. Und jetzt wird das Gemisch heiß ge- macht. Man muss regelmäßig umrühren und ab und zu eine Gelierprobe machen. Dafür träufelt man einen Tropfen heißer Marmelade auf einen kalten Teller, wenn er dabei sehr schnell einen Punkt bildet, der nicht mehr verrinnt, ist die Marmelade fertig. Dann kann abgefüllt werden. Dafür kann man alle Schraubver- schlussgläser verwenden, die im Laufe des Jahres anfallen. Man muss also nicht unbedingt eigene Gläser kaufen. Ich wasche die Gläser gut aus und leere dann etwas Schnaps rein. Das desinfiziert und gibt auch der Marmelade einen Schuss. Nach der Abfüllung, die Ränder oben gut abwaschen, dass keine Marmeladereste verbleiben und dann gut zuschrauben. Am besten die Gläser auf den Kopf stellen. Und etikettieren nicht vergessen (welche Marmelade, wann abgefüllt).... Gutes Gelingen! Mehr unter http://www.derknauserer.at/unterlagen/haltbar.php ----------------------------------------------------------------------- * Erfolgreich renovieren mit Sonne und Regen (Teil 1 der Reihe über eine erfolgreiche Althaussanierung von DI Leo Liebminger) Ökohaus-Althaus, das Vorzeigebeispiel für eine nachhaltige Sanierung, blickt erfolgreich zurück: Vier Jahre lang demonstriert das Projekt eindrucksvoll den hohen Komfortgewinn und die gewaltige Ressourceneinsparung bei Wärme, Trinkwasser und Strom. Sanieren mit den Elementen der Natur wie Sonne, Regen und Erde wurde zur Erfolgsgeschichte. "Mehr als lohnend war dieser Weg der ökologischen Modernisierung" unterstreicht der Bauherr Leo Liebminger. Denn die Fakten sind bestechend: Minus 87 Prozent weniger Gasverbrauch und eine Reduktion des Trinkwasserverbrauchs um 67 Prozent. Daneben konnte durch den Einsatz von energieeffizienten Elektrogeräten und Energiesparlampen auch beim Strom beträchtlich gespart werden. Wie alles begann Am Anfang war ein Zweifamilienwohnhaus, welches in den wirt- schaftlichen Aufbruchsjahren der 60er Jahre erbaut wurde. Einfach nur mit vier Hausecken und darüber ein Satteldach mit einer Dachfläche nach Süden. Große Fenster nach Süden kenn- zeichnen das Haus noch. Aber sonst ein Haus wie jedes andere. (überzeugt euch davon unter "http://www.derknauserer.at/unterlagen/nehaus1.jpg") Na klar - einfach Solar! Im Jahre 1998, Anfang Mai, erfolgte der Startschuss für die Erneuerung des Hausdaches und der Bau einer Vakuumkollektor- anlage. Die Entscheidung fiel auf den Vakuumkollektor aus Gründen der höheren Solarträge im Winter für den Heizeinsatz. Aber auch die Optik der notwendigen Aufständerung zur Optimierung der Sonnenstrahlung war beim Vakuumkollektor schöner. Wenn die Sonne mal nicht ausreicht, dann wird mit Holz oder mit einem Gasbrennwertkessel nachgeheizt. Superniedrigenergiehaus "Die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke war der erste Schritt zum Superniedrigenergiehaus", erläutert Leo Liebminger. Nach der Dachsanierung erfolgte die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke aus hochverdichteter Steinwolle und einem begehbaren sowie unbrennbaren Belag. Durch die höhere Wohnqualität, Behaglichkeit und Einsparung der Wärmedämmung überzeugt, kam schon der nächste Ge- danke des Bauherrns: Das Haus ringsum mit Wärmedämmung einpacken und die Fenster tauschen. Jedoch nicht nur die Wärme- dämmfähigkeit der Baumaterialien sollte eine Rolle spielen, sondern auch die anderen bauphysikalischen Eigenschaften wie Wasserdampfdurchlässigkeit, Schallschutz, Brandschutz usw. 2003 war es soweit: Die Kellerwände dämmte man mit 13 cm dicken Schaumglasplatten die eine echte ökologische Alternative zum herkömmlichen extrudierten Polystyrol sind. Schaumglas ist wie der Name schon sagt ein mit Kohlendioxid aufgeblähter Glas- sand. Bei den Außenwänden fand eine wasserdampfdiffusionsoffene Dreischichtwärmedämmplatte aus Steinwolle beidseitig kaschiert mit magnesitgebundenen Holzwolleleichtbauplatten Anwendung. Diese Wärmedämmplatte hat eine Stärke von 12,5 cm. Während der Fassadensanierung sind auch die Fenster gegen neue hoch- wärmegedämmte Holz-Aluminium-Fenster getauscht worden. Regen bringt Segen Das Wasser rauscht durch die WC-Spülung und der Bauherr erklärt mit ruhigen Gewissen "Wertvolles und kostspieliges Trink- wasser wird hier nicht mehr vergeudet!" Klospülung, Waschmaschinen, Gartenbewässerung und Reinigungswasserhähne werden mit glasklarem, geruchsneutralen und reinem Regenwasser bedient. Das Regenwasser wird über Dachflächen gesammelt und in einer unterirdischen Betonzisterne gespeichert. Von dort saugt ein Regenwassermanager das Regenwasser bei Bedarf eines Ver- brauchers an und speist es in die Nutzwasserleitung ein. Nähere Infos unter: Ökohaus-Althaus www.oekohaus.net Im nächsten Knauserer folgt ein Bericht über Wäschewaschen mit Sonne und Regen und in der Augustausgabe gibt es noch einen Beitrag über: Titel: Viel Licht mit wenig Strom ----------------------------------------------------------------------- * Gespartes vermehren - die Börse für Dummies (die besten Internetseiten über die Börse) Eigentlich wollte ich einen Artikel über die wichtigsten Begriffe der Börse schreiben. Nach einiger Recherche habe ich mich aber zu dieser Linksammlung entschlossen, da es bereits ganz gute Seite wie Sand am Meer gibt, die von kompetenteren Personen zusammengestöpstelt wurden als von mir. KURZE EINFÜHRUNG Nach Durchsicht des Internets kann ich euch eine Ein- führung ans Herz legen. Die Fernsehreihe Quarks und Co hat eine Einführung zu Aktien und Börse aufgelegt: http://www.quarks.de/boerse2/boerse2.pdf Auch mit einem Blick auf die Funktionsweisen der Börse, Charttechniken ... und sehr guten Literaturtipps. Informationen, die man normalerweise in so komprimierter Form nicht erhält. Dieses PDF ist spannend zu lesen, eine herrliche Ein- führung und informativ auf für etwas Fortgeschrittene. Vor allem will Quarks und Co. objektiv informieren und uns NICHTS verkaufen. Aus dem Inhaltsverzeichnis: - Aktie oder Sparbuch? - Aktien Kaufen - Die Aktiengesellschaft - Der Kurs der Aktie - Den Kurs beobachten - Börse für Fortgeschrittene: Optionsscheine & Co. - Die Börse - Eine gute Übung? Börsenspiele und Investmentclubs - Kleine Börsengeschichte - Literatur Umfangreicher informiert uns die Wiener Börse in gratis downloadbaren PDFs: http://www.wienerborse.at/service/publications/ Zu empfehlen das 80 Seiten starke 1x1 der Börse, Referenz INA (in Aktien anlegen) mit 24 Seiten. Weiters gibt es Broschüren zu Zertifikaten, Derivaten, Optionen etc. Die Broschüren sind gut gemacht und lesenswert, kommen aber an die Quarks und Co. PDF nicht ran. Aber Gratis ist Gratis (man spart sich zumindest teure Börsenbücher). LEXIKA http://boersenlexikon.faz.net/ Rund um die Börse wimmelt es nur so von Fachaus- drücken, die jeder verwendet und keiner versteht. Hier werden viele Begriffe kurz erklärt, allerdings manchmal für Anfänger zu komplex. http://nachrichten.boerse.de/wissen_lexikon.htm Noch ein Börsenlexikon, das für meinen Geschmack einfachere und klarere Definitionen bietet. Beide Lexika bieten aber eine gute Zusatzinfo zur PDF, erklären auch fortgeschrittene Begriffe, aber verlangen aben schon Vorwissen. FAQ Gut gefallen hat mir auch http://www.geldpunkt.de/vorsorge_und_vermoegen/geldanlage In Form von FAQ-Listen werden Fragen rund ums Invest- ment abgehandelt. Man stellt sich Fragen, wie man Sparziele abdeckt, Vermögen absichert etc. - Es ist einiges dabei, das über reine Begriffserklärungen hinausgeht. (Die Seite wendet sich auch an andere Themen rund ums Geld, reinsurfen lohnt!!!) ÜBER SCHARLATANE und UNSERIÖSE INFORMATIONEN Genauso wichtig wie gute Informationen zu erkennen ist es irreführende auszuschließen: Was wird denn nicht so alles versprochen, 100 %, 200 % Rendite! Alles Quatsch! Hütet euch vor Infos, die Wörter wie Kursraketen oder Renditen weit über 10 % versprechen - einfach schlichtweg unseriös. Auch Foren rund um Börse und Wertpapiere sind mit großer Vorsicht zu genießen. Über den börslichen Graumarkt habe ich bei boerse-online.de folgendes gefunden: http://www.boerse-online.de/index.html?id=480197 (sehr ernüchternd) Der deutsche Anlegerschutz hat eine gute Checkliste zum Schutz vor unseriösen Geldanlageangeboten erarbeitet: http://www.dias-ev.de/checkliste.php Aber nichtsdestotrotz - das Thema ist spannend und man sollte nicht mit falscher Zurückhaltung ans Thema herangehen. Die Börse hat ihre Chancen und ihre Tücken. Und das kann mitunterspannend sein. ----------------------------------------------------------------------- * Die besten Hausmittelchen und Rezepte der Kraeuter- kommune.de Das Forum der kraeuterkommune.de habe ich schon mal als Link vorgestellt. Da ich aber wieder was über Haus- mittelchen bringen wollte, die so wunderbar beim Sparen bei den Gesundheitsausgaben helfen können und zusätzlich uns davor bewahren zuviel Chemie in uns hineinzuschmeißen, habe ich beim Forum (erlaubterweise) gespickt. Wer mehr zu diesem Thema und artverwandte Themen (Färben mit Naturfarben, Herstellen von Lotionen, Salben etc.) erfahren möchte, sei an dieser Stelle an dieses sehr engagiert geführte Forum verwiesen. Es enthält uA ein kleines Pflanzenlexikon, das sehr lesens- wert ist. JOHANNISKRAUTÖL Am 24.6 ist Johanni, Zeit Johanniskraut zu sammlen und Johanniskrautöl anzusetzen. Wir brauchen fast einen halben Liter davon im Jahr, weil es einfach auf jede noch so unbedeutende Hautrötung geschmiert werden muss. >Das faszinierende an dem Öl ist, dass es rot wird, weshalb >es auch Rotöl genannt wird. Rotöl soll in der Sonne ziehen, >wie lange wird ganz unterschiedlich angegeben. Der Kosmos- >Heilpflanzenführer empfiehlt, die Blüten zu zerquetschen und >mit Olivenöl zu übergießen. Dann unverschlossen 3-5 Tage >warm gären lassen und öfter rühren. Dann verschließen und so >lange in der Sonne stehen lassen, bis es rot wird. Das dauert >so ca. 6 Wochen. Dann abseihen, stehen lassen und dekan- >tieren, unten setzt sich wohl Wasser ab.... und dann dunkel >aufbewahren. FLIEDERSIRUP 1,5 l Wasser, 1 kg Zucker, Fliederblüten, eine Zitrone, 30 g Zitronensäure. Dazu habe ich erstmal Flieder gepflückt (gut ich geb es zu: pflü- cken lassen) und dann die groben grünen Teile entfernt. Die hab ich dann in Zuckerwasser eingeweicht und zwei Tage ziehen lassen. Damit sich der Zucker im Wasser löst habe ich es etwas erwärmt und fleißig gerührt. Dann den Flieder dazu, die Säure und die in Scheiben geschnittene Zitrone. Nach den zwei Tagen hatte sich das Wasser rosa verfärbt und den Geschmack des Flieders angenommen. Ich habe das Ganze abgeseiht und die Zitrone ausgedrückt. Eigentlich kann man es jetzt trinken, aber da ich es haltbar machen wollte habe ich es aufgekocht und heiß in Flaschen abgefüllt. Mal sehen, wie lange das sich hält. Der Geschmack ist etwas eigenwillig aber ich mag ihn. Es schmeckt so wie Flieder riecht, also irgendwie blumig und durch Zucker und Zitrone süß-säuerlich. SELBSTGEMACHTE HUSTENBONBONS Man nehme Kräuter, die gut gegen Husten helfen, und zermörsere sie. Danach vermenge man sie mit Honig, der von Natur aus schon hart, bzw. dicht, ist. Erhitze ihn dann am besten etwas (Wasserbad) und vermenge ihn mit Kräutern und lass ihn dann abkühlen. Honig verhärtet an der Luft mit der Zeit, bzw. kristalisiert auch. Sonst gibt es Bonbonrezepte unter: http://www.hexenkueche.de/monate04/01dez.html#Rez01 WEIDENRINDENEXTRAKT (= natürliches Aspirin) Tee: Etwa 1 g fein geschnittene oder grob gepulverte getrocknete Weidenrinde wird mit ca. 150 ml Wasser kalt angesetzt, kurz zum Sieden erhitzt und nach 5 Minuten abgeseiht. 3 bis 5 mal täglich eine Tasse Tee trinken. Extrakt: Je nach Schmerzstärke 60 mg bis 240 mg pro Tag berechnet als Salicin. HUSTENSAFT Hustensaft selber hestellen: Ca 10 Zwiebeln in Hälften schneiden und in einem Topf der halb mit Wasser gefüllt ist kochen bis sie zerkocht sind. Dann durch ein Sieb gießen und viel Zucker, ca. 2 große Löffel hineingeben, fünfmal täglich zwei große Löffel davon nehmen, im Kühlschrank aufbewahren. Hilft gegen Hustenreitz und beim abhusten, die Zwiebel ist eine der ältesten Heilpflanzen die es gibt, wirkt desinfizierend und reinigend. SALBEI-PFEFFERMINZ-ZAHNPULVER (zum Zähneputzen) - 3 Teile Schlämmkreide (Schlämmkreide wird aus Naturkreide gewonnen und wird oft als Schmirgelstoff in zahnpasta oder Zahnpulver verwendet.) - 2 Teile Milchzucker (Lactose, wird aus Molke gewonnen.) - 1/2 Teil getrocknete pulverisierte Salbei- und Pfefferminzblätter Salbei macht die Zähne weiss und ist gut für das Zahnfleisch. Pefferminze wirkt erfrischend. Im Mörser zerreibst du die getrockneten Kräuter. Feine Ästchen entfernst du. Nun gibst du alle übrigen Zutaten bei und vermischst sie. Zum Zähne putzen gibst du etwas Pulver auf die angefeuchtete Zahnbürste und putzt dir wie üblich die Zähne. Das Zahnpulver ist ein sehr guter Ersatz für die üblichen Zahnpasta. Es schäumt zwar nicht, ist aber sehr wirkungsvoll. Von der Pfefferminz wird das Pulver beim Zähneputzen grünlich. Und zu guter Letzt noch was Lustiges. (Wenn's hilft!!!!!! 8-)) REZEPT, wie man eine REICHTUMSRÄUCHERWERK macht Herstellung an einem Donnerstag möglichst nah an Vollmond. 5Tl Weihrauch 1/4TL Mistel 1TL Myhrre 2 1/2 TL Eisenkraut 1TL Zimt 5 Tropfen Zedernöl 2 Tropfen Patschouliöl Als Räuchern bezeichnet man das Verglühen ausgewählter Stoffe (Drogen) auf glühenden Kohlen oder einem erhitztem Untergrund, wodurch bestimmte Duft- oder Wirkstoffe freigesetzt werden. ----------------------------------------------------------------------- * Recyclingideen mit ORGANISCHEN KÜCHENABFÄLLEN (Teil 1) Die Reaktion auf meinen Aufruf im letzten Knauserer, Ideen für die Verwertung organischer Küchenabfälle einzuschicken, war so überwältigend, dass ich die Tipps auf zwei Artikel aufteilen muss!!! Besonders danken möchte ich Andrea, die für uns ein altes Kriegskochbuch ausgemottet hat! GEWÜRZE SPAREN (von Andrea) Lorbeerblätter oder Gewürzkörner werden nur kurz mitgekocht (evtl. Gewürz- oder Teesieb verwenden), herausnehmen und nach dem Trocknen wieder verwenden. Können mehrmals benutzt werden. RESTE AUS DEM ENTSAFTER (von Klaus aus D) Klaus verwertet die Reste aus dem Entsafter (Saftzentrifuge): Statt die eigentlich geriebenen Reste aus dem Entsafter in den Biomüll zu werfen, habe ich folgendes ausprobiert: Kartoffeln werden ja auch für die Kloßbereitung vorher gerieben und dann ausgepreßt, d. h. entsaftet. Warum soll das mit anderen Früchten oder Gemüsen nicht auch funktionieren? So geht es: Jedes Gemüse oder jede Frucht wird gründlich gewaschen, ggf. geschält und entkernt und danach der Reihe nach jeweils separat gesaftet. Die Einzel-Entsaftungsreste werden separat gesammelt und mit Gewürzen und Zutaten, wie Mehl, Eier, Käse o. a. z. B. zu Möhrenbratlingen, Möhrenklößen, Aufläufen oder Quiche geformt und entsprechend gegart, gebacken oder gebraten. Wirklich lecker und den Saft als Vor- oder Nachgetränk genießen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Früchte, z. B. Apfel oder Birnen werden zu köstlichen Küchlein, Gebäcken oder Fruchtaufläufen bereitet. Das gleiche kann man allen anderen Gemüsen oder Früchten machen. TIPP: Wo harte Schalen oder Kerne und Spelzen dabei sind, vorher ausschneiden BOHNEN VOM VORTAG (von Andrea) Resteverwertung: Übrig gebliebene Beilagen vom Vortag, besonders Hülsen- früchte wie Linsen, Bohnen oder Erbsen, lassen sich pürieren und unter Zugabe von etwas Schmand oder Fett, Kräutern, evtl. Paprika zu einem herzhaften Brotauftrich weiterverarbeiten. KAFFEESATZ und TEEBLÄTTER (von Cornelia) Ich sammle in unserer Büroküche und zuhause den Kaffeesatz und Teeblätter. Diesen Kaffeesatz verwende ich 1. im Frühjahr und bei Anlage eines neuen Tief- oder Hochbeets als Willkommensgruss für Regenwürmer und 2. manchmal streue ich ihn ringförmig um Pflänzchen, was Nacktschne- cken fernhält bzw. manchmal killt (Koffeinvergiftung). Darauf achten, dass der Boden nicht zu fest wird. bei hartnäckigen Schnecken man kann auch eine Schüssel Kaffeesatz nochmal mit kochendem Wasser über- brühen und den abgeseihten Pseudokaffee auf und neben die Beetab- grenzungen sprühen - nicht auf Erde um/und pflanzen selbst besprühen (ich mische dafür 1 liter "Kaffee" mit 2 liter Regenwasser). für 2. gilt jeweils: nicht übertreiben, denn der Kaffeesatz enthält wohl auch Schwer- metalle (Kupfer und Zink?) und einen sauren Boden will man sich ja nicht "züchten". ich praktiziere dies alle 1-2 Wochen und das langt dicke. nach einem ordentlichen Regen macht man das "Rundumpro- gramm", weil alles weggespült wird. LECKERES AUS DEN BLÄTTERN VON ROHNEN/ROTER BEETE (von Andrea) Die Blätter von Roter Beete waschen, in feine Streifen schneiden und mit etwas Öl und Zwiebeln anbraten und so zu einem leicht säuerlichen Gemüsegericht verarbeiten. GEMÜSEABFÄLLE (von Cornelia) Ansonsten kann man eine Menge kleinformatige Gemüseabfälle und alle Teereste nebst Eierschalen direkt auf Mulchbeete ausbringen. sieht zwar ungewohnt aus aber mit einer Handvoll Stroh drüber ist es wieder chic. das funktioniert allerdings nicht bei Mulchung mit Rinde, aber den hat man ja ohnehin wegen Stickstoffgier nicht auf den Gemüse- beeten liegen. KARTOFFELMEHL (von Andrea) Kartoffelschalen durch den Fleischwolf drehen. Die Schalen in ein feines Sieb geben und über eine Schüssel hängen. Darüber Wasser schütten (etwa zwei Drittel Wasser auf ein Drittel Schalen) und das Ganze gründlich durchrühren, so daß die Schalen im Sieb bleiben, die Kartoffel- stärke aber mit dem Wasser in die Schüssel tropft. Das Wasser vor- sichtig abschütten. Die am Schüsselboden abgesetzte Stärke auf Pergamentpapier (Butterbrotpapier) verteilen und trocknen lassen. Ein Pfund Kartoffelschalen bringt etwa 25 g Kartoffelmehl. KAFFEESUD (von Klaus aus Linz) Kaffesud in die Spüle leeren, das reinigt den Abfluss. FALSCHE KOHLRABI AUS BLUMENKOHLBLÄTTERN (von Andrea) Aus den grünen Stengeln und Blätter des Blumenkohls kann man ein Gemüse herstellen. Die Rippen werden sorgfältig gewaschen, geschält, in dünne Stifte geschnitten und im Blumenkohlwasser weichgekocht. Ebenso das Blattgrün, nur wird dies wegen der unterschiedlichen Garzeiten später hinzugefügt. Mit Salz, Pfeffer, und evtl. Muskat ab- schmecken und mit etwas Butter servieren. Das Ganze schmeckt wie junger Kohlrabi und kann auch so eingesetzt werden. GEMÜSERESTE für die SUPPE Ich habe ja letztes Mal bereits angeregt, dass man Blumenkohl- strünke fein aufschneiden kann, in einer Gemüsesuppe mitkochen kann, die man anschließend fein püriert. Was da noch alles in eine solche Suppe wandern kann? Die Knauserer- leser meinen: - die Blätter von Roter Beete - Kolrabiblätter - sauber geputzte Kartoffelschalen - Gurkenschalen - nicht sehr schöne Salatblätter - alle Blattrippen, Strünke und zähen Blätter - ich persönlich werfe in Gemüsesuppen die übriggebliebenen Beilagen vom Vortag - und all die wuchernden Beikräuter aus meinem Garten Freut euch schon mal auf nächstes Mal: da kommen die restlichen Rezepte aus Andreas Kriegskochbuch. ----------------------------------------------------------------------- * Mit kleinen Tipps viel Sparen: Passend zum Ökohaus noch einen Linktipp: www.energieausweis.be - hier testen Experten (nicht ganz kostenlos) euer Haus auf Energieverschwendung. FLEISCHLAIBCHEN OHNE FLEISCH: Ich habe eine Tasse Buchweizenkörner gekocht, die mit gehackter Zwiebel und Knofi, etwas eingeweichtem alten Brot, Gewürzen und Kräutern zu Laibchen/Frikadellen verarbeitet und in Butter rausge- braten. 2 von 3 Personen am Tisch haben es nicht bemerkt, dass in den Fleischlaibchen kein Fleisch war. Probiert's mal! Buchweizen kommt auch gut als Brei mit Lauch oder Frühlings- zwiebeln. WÄSCHE IM URLAUB AUSSORTIEREN (eine Lebensvereinfachungsidee von Elvira) Ich sortiere schon Monate vor dem Urlaub zerschlissene Kleidung (Unterwäsche,Socken, Shirts, Handtücher) und Reste von Baduten- sillien (Shampoos, Haarspräy, Zahnpasta) und nehme diese in den Urlaub mit. Dort schmeiße ich es nach Gebrauch weg. Dadurch habe ich weniger im Koffer und ich habe nicht mehr die Wäscheberge, wenn ich nach Hause komme. Früher hat es mich immer geärgert, wenn ich aus dem Urlaub nach Hause kam und dann gleich waschen musste. Jetzt bleibt immer nur ein kleiner Haufen übrig, eins, zwei neue Sachen nehme ich auch in den Urlaub mit. PS. in New York haben wir die Kleidung bei der Heilsarmee abgegeben, diese war in der Nähe unseres Hotels. ----------------------------------------------------------------------- Für den Knauserer 07/2007 sind folgende Themen geplant. Ich werde diese Themen im Diskussionsforum auch zur Diskussion stellen. E-Mails mit euren Tipps und Meinungen sind aber auch herzlich willkommen. * Outing: Ich bin ein "Müllstierer" * Neues für Kleinstgärtner: Blumen im Schlauch oder Stevia * Was ein Knauserer kennen sollte: das Grantl * Gegen die Übermacht von Fenstern und Pinguinen - alternative Betriebssysteme *Wäsche waschen mit Sonne und Regen (Teil 2 der Reihe über eine erfolgreiche Althaussanierung von DI Leo Liebminger) * Recyclingideen mit ORGANISCHEN KÜCHENABFÄLLEN (Teil 2) * Mit kleinen Tipps viel sparen Forum: http://www.derknauserer.at E-Mail: mailto: info@derknauserer.at ----------------------------------------------------------------------- Impressum: Der Knauserer ist ein kostenloses E-Zine, das ca. 12mal jaehrlich erscheint. Herausgeber: Michaela Brötz, info@derknauserer.at - www.derknauserer.at